Tierschutzverein Schwetzingen: Ehrenamt für Tiere in Not / Sommerfest am 7. Juni

Anja Hecker und Maren Roth vom Tierschutzverein Schwetzingen und Umgebung e.V.

Anja Hecker (links) und Maren Roth (rechts) vom Tierschutzverein Schwetzingen und Umgebung e.V. sprachen mit schwetzingen-lokal.de über ehrenamtliche Tierschutzarbeit. (Foto: Matthias Busse)

(mb – 06.06.26). Schwetzingen. Tierschutz klingt für viele zunächst nach Tierliebe. Nach Katzen, die ein neues Zuhause suchen. Nach Hunden, die vermittelt werden. Nach Kaninchen, Meerschweinchen, Schildkröten oder anderen Tieren, die versorgt werden müssen. Wer aber genauer hinschaut, merkt schnell: Tierschutz ist weit mehr. Er bedeutet Verantwortung, Zeit, Fachwissen, Organisation, Geduld – und sehr viel ehrenamtlichen Einsatz.

Genau darum ging es beim Besuch von schwetzingen-lokal.de beim Tierschutzverein Schwetzingen und Umgebung e.V. Im Gespräch mit Anja Hecker und Maren Roth wurde deutlich, wie breit die Arbeit des Vereins aufgestellt ist und wie viel davon im Hintergrund geschieht. Vieles sieht man nicht auf den ersten Blick. Aber ohne dieses Engagement würde in Schwetzingen und den umliegenden Gemeinden eine wichtige Stütze im praktischen Tierschutz fehlen.

Der Verein kümmert sich um Katzen, Hunde und Kleintiere. Auch Schildkröten gehören dazu. Im vergangenen Jahr wurde zudem am Aufbau eines Igelbereichs gearbeitet. Und auch Wildtiere werden in Notfällen versorgt.

Seit dem 1. Januar 2026 ist der Tierschutzverein Schwetzingen und Umgebung e.V. zudem für aufgefundene Katzen und Kleintiere im Bereich Schwetzingen, Ketsch, Eppelheim, Oftersheim und Plankstadt zuständig. Jedes gefundene Tier braucht nicht nur einen Platz, es braucht Versorgung, Einschätzung, oft tierärztliche Hilfe und Menschen, die sich kümmern.

Wie schnell solche Einsätze an Grenzen führen können, zeigte ein aktueller Fall aus Oftersheim, über den Maren Roth berichtete. Dort mussten zahlreiche Katzen aus schwierigen Verhältnissen gesichert, versorgt und untergebracht werden. Am Ende ging es nicht um ein einzelnes Tier, sondern um mehr als 30 Katzen, darunter kranke, verletzte und stark verängstigte Tiere.

Ohne Ehrenamt geht es nicht

Für die Ehrenamtlichen bedeutete das: täglich vor Ort sein, Fallen stellen, beobachten, die dringendsten Notfälle zuerst sichern, Tierarzttermine organisieren, Pflegestellen suchen und zugleich immer wieder neu entscheiden, welches Tier als nächstes Hilfe braucht. Ein solcher Einsatz ist emotional belastend, organisatorisch aufwendig und finanziell eine enorme Herausforderung.

Für die Katzenstation des Tierschutzvereins Schwetzingen überstieg dieser Fall die eigenen Kapazitäten bei weitem. Deshalb mussten schnell weitere Lösungen gefunden werden. Etliche Tiere konnten auf privaten Pflegestellen untergebracht werden. Auch andere Tierschutzorganisationen halfen und übernahmen Katzen. Genau hier zeigte sich, wie wichtig ein verlässliches Netzwerk im Tierschutz ist und wie wertvoll es ist, wenn Vereine, Pflegestellen und engagierte Menschen zusammenarbeiten.

Der Fall machte zugleich deutlich, wie wichtig frühe Hinweise aus der Bevölkerung sein können. Je früher auffällige Situationen gemeldet werden, desto eher kann geholfen und weiteres Tierleid verhindert werden. Für die Verantwortlichen im Tierschutz ist deshalb klar: Tierschutz beginnt nicht erst im Tierheim. Er beginnt dort, wo Menschen hinschauen, Verantwortung übernehmen und nicht wegsehen.

Eng damit verbunden ist auch die Diskussion um sogenannte Katzenschutzverordnungen. Immer mehr Kommunen beschäftigen sich mit der Frage, wie die unkontrollierte Vermehrung freilebender Katzen eingedämmt werden kann. Grundlage dafür ist § 13b des Tierschutzgesetzes. In Baden-Württemberg wurde die entsprechende Ermächtigung auf die Städte und Gemeinden übertragen. Kommunen können damit unter bestimmten Voraussetzungen Vorgaben zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung freilaufender Katzen machen.

Katzenschutzverordnung am 11. Juni 2026 im Heidelberger Gemeinderat

Ziel ist es, Tierleid zu verhindern, bevor es zu großen Hotspots kommt. Auch in der Region ist das Thema angekommen: In Heidelberg beispielsweise liegt inzwischen eine Beschlussvorlage für eine Katzenschutzverordnung vor. Nach der Beratung in den zuständigen Gremien soll sich der Gemeinderat am 11. Juni 2026 (Tagesordnungspunkt 19) damit befassen.

Für Tierschutzvereine wäre eine solche Entwicklung mehr als nur ein formaler Schritt. Sie könnte langfristig helfen, die Zahl kranker, unkastrierter und herrenloser Katzen zu verringern und damit auch jene Ehrenamtlichen entlasten, die heute oft erst dann gerufen werden, wenn das Tierleid bereits groß ist.

Futteranker Mannheim e.V. unterstützt bedürftige Tierhalter

Maren Roth kennt solche Herausforderungen auch aus einem weiteren Ehrenamt. Sie ist zugleich 1. Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Futteranker Mannheim e.V. Dieser unterstützt bedürftige Tierhalterinnen und Tierhalter mit ihren Haustieren. Ziel ist es, eine artgerechte Haltung zu sichern und zu verhindern, dass Tiere aufgrund der finanziellen Not ihrer Halter schwer erkranken oder nicht mehr tierärztlich versorgt werden können.

„Viele unterschätzen, wie teuer eine notwendige tierärztliche Behandlung inzwischen werden kann“, machte Maren Roth im Gespräch mit schwetzingen-lokal.de deutlich. Ihr Appell an Tierhalterinnen und Tierhalter: rechtzeitig über eine Tierkrankenversicherung nachdenken. Denn wenn ein Tier krank oder verletzt ist, darf die notwendige Behandlung nicht daran scheitern, dass die finanziellen Mittel fehlen.

Beim Tierschutzverein Schwetzingen und Umgebung e.V. läuft alles ehrenamtlich. Das heißt: Die Menschen dort investieren ihre Freizeit. Sie übernehmen Verantwortung nach Feierabend, am Wochenende, an Feiertagen und oft auch dann, wenn andere längst Feierabend haben. Viele Einsätze lassen sich nicht planen. Ein verletztes Tier wartet nicht bis Montagmorgen. Ein Fundtier richtet sich nicht nach Bürozeiten. Und ein Notfall fragt nicht, ob gerade genug Platz vorhanden ist.

Umso wichtiger ist Unterstützung aus der Bevölkerung. Durch Spenden, Mitgliedschaften, Pflegestellen, praktische Hilfe oder den Besuch von Veranstaltungen. Denn Tierarztkosten, Futter, Unterbringung, Medikamente und Fahrten lassen sich nicht allein mit gutem Willen stemmen. Ehrenamt ersetzt keine finanziellen Mittel, es macht aber sichtbar, wie viel Menschen bereit sind zu leisten, wenn Tiere in Not geraten.

Auf geht´s zum Sommerfest am morgigen Sonntag, 7. Juni 2026!

Eine gute Gelegenheit zur Unterstützung bietet das Sommerfest des Tierschutzvereins am Sonntag, 7. Juni 2026, von 14 bis 18 Uhr in der Grillhütte Schwetzingen, Hockenheimer Landstraße 3.

„Wir freuen uns über jeden Besucher, der unsere Tierschutzarbeit damit unterstützt“, sagt Anja Hecker. (Text/Foto: Matthias Busse)

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