Ruhrpottfilme Gestern und Heute

Drei Filme – ein Schauplatz: Der Ruhrpott

In einer kleinen Filmreihe zeigen wir aus drei unterschiedlichen Blickwinkeln die Menschen und das Leben zwischen Duisburg und Dortmund.

Vor 40 Jahren drehte Adolf Winkelmann seiner ersten Spielfilm. Unter dem Motto „Der erste Dortmund-Film” kam das Werk, das eigentlich für das Fernsehen gedrehte wurde, in die Kinos. Sein neuester Film „Junges Licht” war in letzten Jahr auch im Central zu sehen.

Was für unsere Region der Film „Mannheim – Neurosen zwischen Rhein und Neckar” war,das ist für das Ruhrgebiet der zweite Streifen der Ruhrpott-Reihe. „Pottkinder” ist mit wenig Geld und umso größerem Engagement gedreht worden.

Die Reihe schließt mit dem neuesten Werk von Sönke Wortmann der auch „Das Wunder von Bern” verfilmte. Auch da spielte ein großer Teil im Ruhrgebiet.

Vor dem ersten Film gibt es einen kleinen Vortrag über den Ruhrpott, seine Entwicklung, seine Menschen und seine Sprache. Außerdem wird erklärt, warum der Inhalt des Films auch heute noch aktuell ist, und mit welchen Schwierigkeiten der Regisseur zu kämpfen hatte.

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DIE ABFAHRER (1978) ♦ „Kann mir mal einer sagen, warum ich überhaupt noch hier bin?” Atze, Lutz und Sulli haben keine Arbeit. Tag für Tag vertrödeln sie ihre Zeit in einem Hinterhof. Atze ist als Facharbeiter auf der Hütte irgendwann rausgeflogen, Lutz hat gerade seine Lehre abgeschlossen und ist von seinem Betrieb nicht übernommen worden, der Grieche Sulli ist Ausländer, der kriegt sowieso keine Lehrstelle.

Die Nachbarn sind misstrauisch, die früheren Kollegen spotten, das Nichtstun ist langweilig und all das haben die Drei satt. Atze, Lutz und Sulli klauen einen voll beladenen Möbelwagen und fahren davon. Aus einer kleinen Probefahrt wird ein Abenteuer, ein Ausstieg aus der Realität, ein Stück geborgte Freiheit.

Auf der Autobahn nehmen sie eine Anhalterin mit und fahren einfach immer weiter. Aber wer abhaut, wird verfolgt. Die Nachbarn haben es schon immer gewusst, die Polizei fahndet und Übereifrige machen sich auf, die Außenseiter zu fangen…

[Der Film läuft am Mittwoch, den 8.11. um 19.30 Uhr]

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POTTKINDER (2017) ♦ Der Film „Mannheim – Neurosen zwischen Rhein und Neckar” der im Mai 2016 in den Kinos lief, zeigte Menschen und Begebenheiten aus der Quadratestadt. In Mülheim an der Ruhr wurde nun ein Film mit dem Titel „Pottkinder” gedreht. Darin wird in ähnlicher Weise stellvertretend für das gesamte Ruhrgebiet eine Familie aus dem Ruhrpott gezeigt. Wie in „Mannheim” wurde auch dieser Film überwiegend mit Laiendarstellern gedreht.

Der Film könnte aber auch in Essen, Bochum, Gelsenkirchen, Oberhausen oder Dortmund spielen. Ist halt der Pott. Aber nicht der alte, der dreckige, der mit den Fördertürmen. Sondern der neue, der mit Bürojobs. Vater Jörg arbeitet im Büro, Mutter Inge ist Hausfrau – und unglücklich damit – Sohn Michael fast mit dem Studium fertig. Aber was kommt dann?

Drei Geschichten also. Die Lustige über den Vater, der jeden Morgen auf der Arbeit einen neuen Pförtner zu Gesicht bekommt und von ihnen in bester Helge-Schneider-Manier in skurrile Gespräche verwickelt wird. Die Pförtner werden gespielt von allerlei Ruhrgebietsprominenz. Peter Neururer, Comedian Hennes Bender oder Radiomann Fritz Eckenga.

Dann der gesellschaftskritische Teil über Mutter Inge. Depressiv und zunächst unverstanden von ihren Mitmenschen.

Zuletzt der Handlungsstrang über Sohn Michael. Der hat irgendwas mit Sport-Marketing studiert. Doch was wird man damit, in einer Region, in der die Arbeitslosigkeit immer noch hoch und der Strukturwandel noch immer nicht vollzogen ist?

[Der Film läuft am Mittwoch, den 15.11. um 19.30 Uhr]

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SOMMERFEST (2017) ♦ „Woanders weiß man selbst, wer man ist – hier wissen es die anderen. Das ist Heimat.” Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Frank Goosens inszeniert Sönke Wortmann eine nostalgische Komödie über die Hassliebe zur eigenen Heimat.

Stefan hat ziemlich viel an seiner ehemaligen Heimat, dem Ruhrgebiet, auszusetzen. Inzwischen wohnt der Schauspieler in München, arbeitet am Theater und ist bloß nach Bochum zurückgekommen, um die Formalitäten nach dem Tod seines Vaters zu klären. Unerwartet läuft er dabei jedoch so manchem alten Bekannten über den Weg, und jeder fragt ihn: „Hast du schon mit Charlie gesprochen?”

Charlie und Stefan – so hieß das Traumliebespaar aus Kindertagen. Doch das Wiedersehen mit der Jugendliebe Charlie stürzt Stefan in Zweifel darüber, ob er wirklich den richtigen Weg eingeschlagen hat. Während in München das Vorsprechen bei einer Seifenoper wartet, lernt Stefan das Ruhrgebiet zusammen mit alten Freunden wie den Lebenskünstlern Olaf (André Rohde), Diggo und Toto neu kennen.

Und schließlich ist da ja auch noch das titelgebende Sommerfest, bei dem alle Freunde von früher zusammenkommen.

[Der Film läuft am Mittwoch, den 29.11. um 19.30 Uhr]

Mehr Infos & Tickets:
» Die Abfahrer
» Pottkinder
» Sommerfest

 

Quelle Text/Foto: Central Kino Ketsch

 

 

 

Kurz URL: https://schwetzingen-lokal.de/?p=17511

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