BI gegen Tiefengeothermie Schwetzingen: Risiken nicht auf die Bürger abwälzen

Einladung zur Infoveranstaltung Geothermievorhaben Schwetzingen-Plankstadt am 22. April 2026

Infoveranstaltung am 22. April 2026 in Schwetzingen

(mb – 09.04.26) Bezüglich der für den 22. April 2026 geplanten „Öffentlichen interkommunalen Gemeinderatssitzung mit Bürgerinformation“ im Lutherhaus in Schwetzingen (wir berichteten: https://schwetzingen-lokal.de/buergerinformation-geothermie/) hat diese Redaktion eine Pressemitteilung der „Bürgerinitative (BI) gegen Tiefengeothermie Schwetzingen“ erreicht. Die BI lehnt ein Geothermievorhaben in Schwetzingen und in der Region entschieden ab.

Hauptgründe der Ablehnung sind aus Sicht der Initiative „die bekannten Risiken der Technologie Tiefengeothermie in einem wissenschaftlich anerkannten Erdbebengebiet und der im Schadensfall völlig unzureichenden Schadensregulierung“. Ferner weist die BI darauf hin, dass ein Standort in Schwetzingen (unweit von der Gemarkung Plankstadt) nur „in geringem Abstand zum geplanten Geothermiestandort in Mannheim-Rheinau“ sei.

Auszugsweise hier die aktuelle Pressemitteilung der BI gegen Tiefengeothermie Schwetzingen:

„Das Wohl Schwetzingens und der angrenzenden Gemeinden mit seinen Bewohnern, deren Fauna, Flora zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten, liegt uns sehr am Herzen und hat immer oberste Priorität.

Die Bürgerinitiative ist offen und dankbar für einen ergebnisoffenen Dialog. Nach der Bekanntgabe dieser Veranstaltung (Redaktionsergänzung: am 22. April) haben sich besorgte Bürgerinnen und Bürger an uns gewendet und uns ihre Bedenken mitgeteilt. Von daher möchten wir die Gelegenheit nutzen und erste Fragen formulieren:

1. Was ist der Vorteil für die Bevölkerung?
`Ich lebe im Hirschacker und dieser Stadtteil ist in der Planung Fernwärmenetz gar nicht berücksichtigt. Gleiches gilt für das Gebiet Kleines Feld. Und immer damit einhergehend: Wer soll das bezahlen? Fernwärme bedeutet auch, einem Monopolisten ausgeliefert zu sein.´

2. Wer zahlt und vor allem wie viel, wenn es zu Schäden an Gebäuden kommt?
´Bereits bei der Voruntersuchung gab es gravierende Schäden und jetzt wollen die Löcher bis ca. 4.000m bohren. Ich bin Rentner und bekomme in meinem Alter keinen Kredit mehr, um den Schaden an meinem Haus reparieren zu können, den übrigens andere verursacht haben!´

3. Wieso Tiefengeothermie – jeder weiß, dass wir hier in einem Erdbebengebiet leben?
`Was machen die, wenn es in 1.000 m oder noch tiefer zu einer Leckage kommt und unser Trinkwasser verunreinigt wird?´“

Bedenken zur Nähe der Standorte Schwetzingen und Mannheim-Rheinau

Die BI weiter: „Wenn der Standort, wie angekündigt, an der Gemarkungsgrenze zu Plankstadt liegt, befindet er sich im Norden von Schwetzingen und somit nur in geringem Abstand zum geplanten Geothermie Standort in Mannheim-Rheinau. Die für die Tiefengeothermie geeigneten Untergrundverhältnisse (Brüche und Verwerfungen) verlaufen von Norden kommend unter dem Wasserschutzgebiet Mannheim Rheinau und entlang der Gemarkungsgrenze von Schwetzingen zu Plankstadt. Somit ist zu befürchten, dass sich beide Anlagen ein Tiefenwasserreservoirs teilen. Als Bürgerinitiative sehen wir dies mit vielen unkalkulierbaren Risiken verbunden. Bisher ist noch nicht wissenschaftlich untersucht, ob Anlagen, die in geringen Abstand zueinander liegen, sich gegenseitig im Untergrund negativ beeinflussen können. Daher fordern wir als Bürgerinitiative eindringlich, keinerlei Experimente einzugehen.

Die Risiken, wie mögliche induzierte Erdbeben und Trinkwasserverunreinigung durch Tiefenwasser, betreffen die gesamte Region mit ihrer engen Bebauung, wesentlicher Infrastruktur und vielen Schutzgebieten. Die Bürgerinitiative informiert an ihrem Stand über die potentiellen Risiken und Gefahren der Tiefengeothermie. Wir appellieren an die Bürgerinnen und Bürger, die Veranstaltung am 22. April 2026 um 18.00 Uhr im Lutherhaus zu nutzen, und ihre Fragen direkt an GeoHardt zu richten.“

2024: Über 1.000 Unterschriften für Petition „Nein zu Tiefengeothermie in Schwetzingen“

Die BI erinnert daran, dass „sich 2024 bereits 1.026 Bürger aus Schwetzingen und 4 angrenzenden Gemeinden an der Petition `Nein zu Tiefengeothermie in Schwetzingen´ beteiligt hätten. Die Schwetzinger Zeitung habe am 12.09.2024 über die Übergabe der Petition an den damaligen Oberbürgermeister Dr. Pöltl berichtet

Gegenüber dieser Redaktion ergänzte ein BI-Sprecher: „Man kann nicht die ganzen Risiken der Geothermie auf die Bürger abwälzen.“

Die „Bürgerinitiative gegen Tiefengeothermie Schwetzingen“ informiert abschließend darüber, dass auch sie zu der Veranstaltung am 22. April „als Teilnehmer auf Augenhöhe“ eingeladen und zusätzlich mit einem Infostand vertreten sei.

(Quelle: Pressemitteilung der BI gegen Tiefengeothermie Schwetzingen vom 07. April 2026)

Weitere Informationen sowie ein Faltblatt zum Vorhaben gibt es auf der Internetseite der Stadt Schwetzingen: www.schwetzingen.de

Informationen zum Vorhabenträger: www.geohardt.de

Bürgerinitiative gegen Geothermie Schwetzingen: https://bi-tiefengeothermie-schwetzingen.de

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