Barrierefreiheit im Freibad Brühl: Wie Inklusion bestens funktioniert!

Rudi Bamberger vor dem Eingang des Freibads Brühl zum Thema Barrierefreiheit

Rudi Bamberger besuchte mit schwetzingen-lokal.de das Freibad Brühl. Im Mittelpunkt standen die Barrierefreiheit und insbesondere die Frage: Wie kommt ein Rollstuhlfahrer ins Wasser? (Foto: Matthias Busse)

(mb – 05.06.26) Brühl. Wie kommt man als Rollstuhlfahrer eigentlich ins Wasser? Diese ganz praktische Frage stand im Mittelpunkt eines Besuchs von schwetzingen-lokal.de im Freibad Brühl. Mit dabei war Rudi Bamberger, der in Brühl als Behindertenbeauftragter der Gemeinde bekannt ist. Vor Ort war er dieses Mal jedoch als Vertreter der BSK-Kontaktstelle (Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.) Rhein-Neckar.

Dass der Besuch ausgerechnet im Freibad Brühl begann, passt gut. Brühl ist die Heimatgemeinde von Rudi Bamberger. Und hier zeigt sich sehr konkret, was Barrierefreiheit im Alltag bedeuten kann.

Bäderleiter Patrick Berndt, der seit mittlerweile über 25 Jahren sowohl für das Freibad als auch für das Hallenbad in Brühl verantwortlich ist, machte deutlich, dass Barrierefreiheit in Brühl seit vielen Jahren ein wichtiges Thema sei.

„Für uns im Freibad Brühl war es immer sehr wichtig, dass wir Barrierefreiheit haben. Es wurde immer wieder alles erweitert und erfolgreich umgesetzt. Bei uns ist auch jeder, der ein Handicap hat, willkommen“, sagte Berndt.

Tatsächlich ist vieles im Freibad Brühl auf Menschen mit Handicap eingestellt. Behindertenparkplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Eingang. Der Weg zum Becken ist gut ausgeschildert. Es gibt barrierefreie Umkleiden und Duschen. Und am Becken selbst steht der sogenannte Pool-Butler bereit.

Genau diesen Pool-Butler führte Rudi Bamberger vor. Dabei handelt es sich um eine Einstiegshilfe für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Der Badegast setzt sich auf einen speziellen Sitz, diesen kann man anschließend langsam und kontrolliert ins Wasser hinablassen. Ist man im Becken angekommen, kann man schwimmen.

Besonders wichtig: Der Pool-Butler kann nach einer kurzen Einweisung selbstständig bedient werden. Menschen mit Handicap brauchen also keine zweite Person, die ihnen beim Einstieg ins Wasser hilft.

„Behinderte Menschen wollen selbstständig am Leben teilnehmen“

Für Bamberger ist genau das der entscheidende Punkt: „Das ist das, was alle behinderten Menschen wollen: selbstständig am Leben teilnehmen.“

Damit bringt Bamberger auf den Punkt, worum es bei Barrierefreiheit im Kern geht. Es geht nicht nur um Rampen, breite Türen oder technische Hilfen. Es geht um Selbstständigkeit, Teilhabe und darum, Dinge tun zu können, die für andere selbstverständlich sind. Dazu gehört auch der Besuch im Freibad.

Lob gab es von Bamberger auch für das Personal im Freibad Brühl. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien geschult und im Umgang mit Menschen mit Handicap sehr freundlich. Gerade das sei wichtig. Denn Barrierefreiheit bestehe nicht nur aus baulichen Voraussetzungen und technischen Lösungen, sondern auch aus Aufmerksamkeit, Hilfsbereitschaft und einem respektvollen Miteinander.

Bamberger ruft deshalb ausdrücklich dazu auf, dass noch mehr Menschen mit Handicap das Freibad Brühl besuchen und die vorhandenen Möglichkeiten nutzen. Die Voraussetzungen seien da. Der Zugang sei möglich. Der Pool-Butler mache den Einstieg ins Wasser selbstständig und ohne fremde Hilfe möglich.

Zugleich betonte Bamberger, dass Inklusion in Brühl großgeschrieben werde. Sein Dank gelte allen Verantwortlichen in der Gemeinde, dem Bürgermeister und dem Gemeinderat, die dieses Thema unterstützten und damit dazu beitrügen, dass Menschen mit Handicap am öffentlichen Leben teilnehmen können.

Barrierefreiheit im Fokus: Besuche in weiteren Freibädern geplant

Der Besuch im Freibad Brühl soll dabei nicht der letzte bleiben. Gemeinsam mit schwetzingen-lokal.de möchte Rudi Bamberger auch weitere Freibäder in der Region besuchen und darüber berichten, wie Barrierefreiheit dort im Alltag funktioniert.

Denn die Frage bleibt überall dieselbe: Kommt man als Rollstuhlfahrer wirklich ins Wasser? In Brühl lautet die Antwort: Ja. Und zwar selbstständig. Top! (Text/Foto: Matthias Busse)

Linktipp zu unserem Bericht über Rudi Bamberger: Der Mann, der Barrieren sichtbar macht

Ein Reel zu dem Bericht über den Besuch im Freibad Brühl gibt es auf unserer Instaseite schwetzingen.lokal: Instagram

 

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