CDU Schwetzingen: Klares Nein zu geplantem Geothermie-Projekt

CDU-Stadtrat Markus Bürger am 22. April 2026 im Lutherhaus in Schwetzingen

Kritisierte am 22. April 2026 im Rahmen der öffentlichen interkommunalen Gemeinderatssitzung das geplante Geothermievorhaben in Schwetzingen / Plankstadt: CDU-Stadtrat Markus Bürger. (Foto: Busse)

(mb – 30.04.26) Schwetzingen. Bei der vergangenen gemeinsamen Gemeinderatsitzung von Schwetzingen und Plankstadt hat das Unternehmen GeoHardt GmbH die Pläne für ein Tiefengeothermie-Projekt zwischen Schwetzingen und Plankstadt auf Schwetzinger Gemarkung präsentiert. Ziel ist die Förderung von heißem Thermalwasser aus einer Tiefe von etwa vier Kilometern zur Wärmegewinnung und Einspeisung in das Fernwärmenetz.

Die CDU Schwetzingen kritisiert dieses Projekt klar. „Wir haben das Vorhaben von Anfang an kritisch gesehen und viele Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern sowie der „Bürgerinitiative gegen Tiefengeothermie Schwetzingen“ zu diesem Thema geführt. Dieses Projekt kann so nicht umgesetzt werden. Wir wollen nochmals unsere Position und Haltung klar darlegen“, so der Vorsitzende der CDU Schwetzingen, Stadtrat Nils Melkus, in einer aktuellen Pressemitteilung (30. April 2026).

Zum einen sei der Oberrheingraben ein wissenschaftlich anerkanntes Erdbebengebiet. „Es ist riskant, in einem seismisch aktiven Gebiet ein solches Projekt realisieren zu wollen. Der Standort unterscheidet sich damit grundsätzlich von anderen realisierten Geothermie-Projekten und ist nicht vergleichbar“, so Stadträtin Rita Erny. Induzierte Erdbeben mit Folgeschäden könnten nicht ausgeschlossen werden. Doch die Frage der Schadensregulierung sei weiterhin nur unzureichend geklärt.

„Schon im Zusammenhang mit den seismischen Voruntersuchungen mithilfe von Vibro-Trucks wurde eine schnelle und unkomplizierte Schadensregulierung versprochen, aber alles andere als umgesetzt. Hinzu kommt die damals schlechte Kommunikation. Das alles hat massiv Vertrauen gekostet. Doch Vertrauen ist bei einem solchen Projekt entscheidend“, so CDU-Fraktionsvorsitzende Sarina Klein. Aus Sicht der CDU müsse die zunächst die Frage der Schadensregulierung umfassend geklärt werden.

Melkus: „An diesem Standort macht das keinen Sinn“

Zum anderen befinde der Standort nur wenige hundert Meter von der Wohnbebauung und einem Gewerbegebiet entfernt. „Niemand käme auf die Idee, eine Windkraftanlage so nah an der Wohnbebauung zu errichten. Aber ein Geothermiekraftwerk mit vier Bohrungen in bis zu vier Kilometern Tiefe soll hier kein Problem sein? Diese Argumentation ergibt keinen Sinn. An diesem Standort kann ein solches Projekt daher keinesfalls realisiert werden“, betont Melkus. In unmittelbarer Nähe plane GeoHardt bei Mannheim-Rheinau ein zweites Geothermie-Kraftwerk. „Können sich solche Anlagen negativ beeinflussen? Gibt es hier überhaupt Erfahrungswerte und Simulationen?“, so Stadtrat Dr. Horst Herrmann.

Die als Referenzprojekt genannte Geothermie-Anlage in Bruchsal leiste bisher keinen nennenswerten Beitrag zur Wärmegewinnung. Die Versorgung von mehreren tausend Haushalten in Bruchsal mit Wärme aus der Anlage sei zwar geplant und versprochen, bisher aber nicht realisiert. „GeoHardt sollte an der Anlage in Bruchsal zunächst den Nachweis erbringen, dass eine solche Anlage in unserer Region störungsfrei betrieben werden und einen signifikanten Beitrag zur Wärmegewinnung leisten kann“, so Stadtrat Markus Bürger.

Geothermie nicht gegen den Willen der Bevölkerung umsetzen

Die CDU kritisiert außerdem fehlende Transparenz und schlechte Kommunikation vonseiten des Unternehmens. „Die Gewinnung von Lithium aus dem Thermalwasser ist nicht klar ausgeschlossen worden – wurde zeitweise sogar als Ziel genannt, nun wieder verneint. Hier fordern wir volle Transparenz und Offenheit. Denn Lithiumgewinnung als Ziel hat Auswirkungen auf den Betrieb der Anlage: Eine höhere Förderrate an Thermalwasser erlaubt eine höhere Fördermenge Lithium und kann gleichzeitig ein höheres Risiko für induzierte Seismizität bedeuten“, so Stadtrat Nils Melkus.

Kritisch sehen die Christdemokraten das Projekt auch um Sorge um das Grundwasser. Bei den Bohrungen kann es – wie in der Vergangenheit mehrfach aufgetreten – zu Leckagen kommen, wodurch Thermalwasser austritt und das Grundwasser verunreinigt werden kann. „Der Schutz unseres Grundwassers muss oberste Priorität haben“, stellt Stadtrat Ulrich Renkert klar. Er kritisiert zudem den drohenden Verlust weiterer landwirtschaftlicher Fläche in der Region.

Zudem stelle sich die Frage des Nutzens für die Bevölkerung vor Ort. Das Fernwärmenetz in Schwetzingen sei begrenzt und naheliegende Gebiet wie das Kleine Feld und der Hirschacker würden auf absehbare Zeit nicht an das Netz angeschlossen. Mit nennenswerten Gewerbesteuereinnahmen oder sonstigen Erträgen für die Stadt sei ebenfalls nicht zu rechnen.

Auf kommunaler Ebene habe man keine Entscheidungskompetenz und Einflussmöglichkeit auf dieses Projekt. Genehmigt werde das Projekt durch das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg.

„Dennoch: Dieses Projekt ist keine rein technische, sondern auch eine politische Frage. Es braucht gesellschaftliche Akzeptanz vor Ort. GeoHardt hat versprochen, das Projekt nicht gegen den Willen der Bevölkerung vor Ort umzusetzen. Zu dieser Zusage sollte das Unternehmen jetzt stehen. Daran werden wir Geohardt messen. Wir als CDU werden das Projekt nicht unterstützen“, so Stadtrat Nils Melkus abschließend.

(Pressemitteilung der CDU Schwetzingen vom 30. April 2026 / Foto Markus Bürger: Matthias Busse)

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