Klimaerwärmung durch den Bitcoin?

Der CO2-Fußabdruck der Kryptowährung Bitcoin ist ungefähr so groß wie die deutsche Hafenstadt Hamburg oder Jordanien. Für Rechenoperationen werden bereits um die 46 Terrawattstunden pro Jahr benötigt. Damit dieser enorme Energiebedarf gedeckt werden kann, kommt es zur Freisetzung von 22 Megatonnen Kohlendioxid – und das pro Jahr.

Ist der Bitcoin also ein Risiko für unsere Umwelt? Während neue Studienergebnisse ganz klar aufzeigen, dass vom Bitcoin eine nicht zu unterschätzende Gefahr ausgeht, gibt es aber auch Experten, die meinen, es handle sich um reine Panikmache.

Gefahr darf nicht unterschätzt werden

Die Kryptowährung Bitcoin kann bis zum Jahr 2033 einen katastrophalen Klimawandel verursachen“, schreibt beispielsweise der Telegraph. CNET geht sogar noch eine Spur weiter und behauptet, der Bitcoin könnte „die Welt ruinieren“. Haaretz, eine israelische Zeitung, hat hingegen geschrieben, dass die Welt „gefährlich heiß“ werden wird. Das heißt, die Umwelt, so wie wir sie heute kennen, wird demnächst wohl zerstört werden. Glaubt man also den jüngsten Schlagzeilen, so könnte man tatsächlich davon ausgehen, der Bitcoin werde noch für das Ende der Menschheit sorgen.

Zum aktuellen Zeitpunkt verursacht eine Bitcoin-Transaktion eine Emission von um die 270 Kilogramm Kohlenstoffdioxid. Die Höhe schwankt, weil sie nämlich vom Kurs abhängt. Die Konstruktion der Kryptowährung sieht nämlich vor, dass deutlich mehr Energie aufgebracht werden muss, damit überhaupt neue Bitcoins geschaffen werden können, je höher der Wert der digitalen Währung ist. Im Jahr 2018, so die letzten Schätzungen, dürften für Validierungen wie Verschlüsselungen der Transaktionen um die 14 Terrawattstunden angefallen sein. Das entspricht einem Zehntel des gesamtdeutschen Energieverbrauchs.

Die Studienergebnisse der Universität von Hawaii haben ebenfalls für Aufsehen gesorgt. Folgt man nämlich den Erkenntnissen der Universität, so ist das Bitcoin-Netzwerk durchaus der Klimasünder Nummer 1. So liest man in der Studie unter anderem, dass der Bitcoin eine „energiehungrige Kryptowährung“ sei, die „immer häufiger als Investitions- oder Zahl-System genutzt“ werde. Der Ausblick? Kann sich der Bitcoin weitgehend durchsetzen, so könnte das Bitcoin-Netzwerk derart viel CO2 freisetzen, sodass innerhalb der nächsten drei Jahrzehnte ein Temperaturanstieg von rund 2 Grad Celsius erwartet werden muss.

Jedoch gibt es auch andere Stimmen: Wissenschaftler und Experten, die mit ThinkProgress, einer vom Think Thank Center for American Progress Action Fund unterstützte Nachrichten-Webseite, in Kontakt gestanden sind, haben die Annahmen wie Schlussfolgerung der Studie der Universität Hawaii als „gefährlich, irreführend und unverantwortlich“ bezeichnet.

Viele Studien befassen sich nur mit dem „Worst Case“-Szenario

Eric Masanet, Maschinenbau-Professor sowie auch Leiter des Energy and Resource Systems Analysis Lab an der Northwestern University, meint, dass die Schlussfolgerungen der Studie nicht mit der Realität in Einklang stehen.

Wie wir wissen, wird der globale Stromsektor dekarbonisiert“, so Masanet. „Zudem wird auch der IT-Sektor, natürlich auch der Bereich des Krypto-Minings, energieeffizienter.“ Des Weiteren verwies er darauf, dass die Autoren, die die Studie verfasst haben, davon ausgegangen sind, dass die Kryptowährungen auch in Zukunft ein enormes Wachstum erleben werden. Das heißt, die Studienautoren haben mit überhöhten wie auch zweifelhaften Schätzungen gearbeitet, sodass die zukünftigen CO2-Emissionen wohl nicht den realen Werten entsprechen werden. Zustimmung hat Masanet von Arman Shehabi vom Lawrence Berkeley Nation Lab bekommen. „Die Autoren sind ganz klar auf dem falschen Weg, weil sie sich nur auf das unwahrscheinliche Szenario konzentriert haben“, so Shehabi. „Man muss beachten, dass der Strombedarf von Bitcoin-Transaktionen und auch die CO2-Emissionen, die aus diesem Strombedarf entstehen, in den nächsten hundert Jahren statisch bleiben. Gleichzeitig wird auch der Bitcoin wohl einer schnelleren Einführung unterzogen.“

So betonte er gegenüber ThinkProgress, dass es sehr wohl „absurd“ sei, wenn man behauptet, der Energieverbrauch der Bitcoin-Transaktion würde in den nächsten Jahren konstant bleiben. „Eine verrückte Annahme, die vor allem regelrechter Unsinn ist, wenn man sich mit dem Blockchain-Mining befasst.“

Es gibt gefährlichere Faktoren

Es mag der CO2-Fußbadruck des Bitcoin zwar groß sein, aber es gibt, und hier vertritt der Großteil der Experten dieselbe Meinung, aber bedeutender Faktoren für den Klimawandel. Jedoch muss wohl darüber diskutiert werden, wie man Krypto-Mining an Standorte bringt, an denen genügend Strom aus den erneuerbaren Energien gewonnen werden kann.

Kurz URL: http://schwetzingen-lokal.de/?p=19515

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