Ein Stück Schwetzinger Geschichte auf Reisen

Frühmittelalterliches Exponat des Karl-Wörn-Hauses zu Gast in Ladenburg

© Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg (ALM BW) M. Hoffmann

Zu einem der wertvollsten und beeindruckendsten Exponate des Karl-Wörn-Hauses, Museum der Stadt Schwetzingen gehört ein gläserner Sturzbecher (Becher ohne Fuß) aus der spätantiken beziehungsweise frühmittelalterlichen Merowingerzeit (5. Jahrhundert bis 751).

Bei dem runden, walzenförmigen und olivgrünen Gefäß handelt es sich um einen Fund, der 1985 beim Abriss der ehemaligen Eichbaum-Brauerei zwischen Lindenstraße und Maschinenweg in einem Männergrab als Beigabe entdeckt wurde.

Die damalige Grabung erfolgte unter der Leitung von Prof. Dr. Clemens Eibner vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Heidelberg; er und seine Mitstreiter hoben fast 50 neue Gräber aus, die dem 6. und 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung zuzuordnen sind. Als ständige Leihgabe des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg in Rastatt ist der Sturzbecher normalerweise Teil der Dauerausstellung des Karl-Wörn-Hauses zur Ur- und Frühgeschichte im musealen Kellergeschoss.

© Karl Fichtner

Seit dem 14. Oktober 2017 befindet sich dieser jedoch außer Haus in Ladenburg und kann im Rahmen der Sonderausstellung „Große Welten – Kleine Welten. Ladenburg und der Lobdengau zwischen Antike und Mittelalter“ bestaunt werden. Bei der Ausstellung handelt es sich um ein Kooperationsprojekt des Lobdengau-Museums Ladenburg mit der Universität Heidelberg und der Archäologischen Denkmalpflege Baden-Württemberg.

Thema der Schau sind diejenigen historischen Prozesse, die in den Jahrzehnten zwischen dem Niedergang der hoch entwickelten Zivilisation in den römischen Provinzen am Rhein und dem Entstehen neuer Siedlungsstrukturen nach der sogenannten Völkerwanderungszeit abliefen. Moderne Methoden in historischer und archäologischer Forschung haben in jüngerer Zeit dabei geholfen, neue Erkenntnisse für den Siedlungsplatz Ladenburg und den umliegenden Lobdengau zu Tage zu fördern.

Der Bogen spannt sich dabei vom spätrömischen Siedlungs- und Militärplatz Ladenburg über die regional bedeutsamen Grabfunde der Völkerwanderungs- und Merowingerzeit bis hin zur Ausbildung der frühmittelalterlichen Grundherrschaft mit Zentrum im auch für die Frühgeschichte Schwetzingens bedeutenden Reichskloster Lorsch.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen vor allem archäologische Zeugnisse aus Ladenburg und dem Lobdengau, auf deren Basis ein neues Bild vom Übergang zwischen Antike und Mittelalter im unteren Neckargebiet gezeichnet werden kann.

Neben dem Objekt aus Schwetzingen wird die Präsentation auch durch herausragende Exponate aus 14 weiteren Sammlungen und Museen des südwestdeutschen Raumes bereichert.

Die sehenswerte und ansprechende Präsentation ist noch bis zum 4. Februar 2018 im Lobdengau-Museum Ladenburg zu sehen und wird von einer interessanten Vortragsreihe begleitet.

 

Quelle: Stadt Schwetzingen

 

Kurz URL: http://schwetzingen-lokal.de/?p=17084

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